July 14, 2024
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 Die schottische Pop-Band steht selbst in Kalifornien im Regen.

Travis waren mal so groß wie Coldplay. Zur Wende ins neue Jahrtau­send wurden die beiden Bands zusammengedacht als Paradebe­spiele für die neue britische Nach­denklichkeit, die den großmäuligen Britpop abgelöst hatte. Während Coldplay mittlerweile Techno-Rock spielen, bleiben Travis be­scheiden: 10 SONGS nannten sie vor vier Jahren ihre bis heute letzte Platte, bloß nicht zu dick auftragen. 

Jetzt zeigen die Schotten schon im Albumtitel L.A. TIMES, wohin es sie für die Aufnahmen für ihr zehntes Album gezogen hat: nach Los An­geles, zu Produzent Tony Hoffer, geboren in Memphis, mit der Spe­zialkenntnis ausgestattet, europä­ische Acts amerikanisch klingen zu lassen. 

Was das für den Sound von Travis bedeutet? Der Bus im Eröffnungstrack nimmt seine Rou­te durch den Laurel Canyon, Raze The Bar" ist eine milde Bar-Abriss- Fantasie mit Soul-Einfluss, Gas­light startet mit Honkytonk-Piano und bietet textlich eine leicht mo­dernisierte Variante der ewigen Frage, warum Fran Flealy immer im Regen steht. 

Das ist größtenteils nett komponiert und arrangiert, zum Problem allerdings wird die Entscheidung, Travis in der zwei­ten Hälfte des Albums einen Sound aufzudrücken, den Tony Hoffer 1999 Beck für MIDNITE VULTURES verpasst hatte. Auf dem Titeltrack muss Fran Healy sogar rappen - und klingt dabei nicht, als sei das seine Entscheidung gewesen.

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