May 29, 2024
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Das Pop-Chamäleon kreuzt durch die eigenen Schaffensphasen von Grunge über Folk bis Kraut.

Während ihrer über 30-jährigen Schaffenszeit in der Pop-Branche hat Jane Weaver einige Meta­morphosen durchlaufen. Aus dem Post-Grunge-Girl der 90ies-Band Kill Laura wurde in den Nullerjahren eine Folk-Lady. Spätestens ab Mitte der Zehnerjahre indes gab sie die Bühne frei für Space-Syn­thesizer und Motorik-Beat im Dau­erloop, auf MODERN KOSMOLOGY (2017) mit germanischem „K“ klang sie krautiger denn je. Dann, auf FLOCK (2021), die Wendung zum Pop. 

Und was bleibt einem Pop- Chameleon auf Album Nummer12, außer sich selbst zu musealisieren? Vieles, denn LOVE IN CONSTANT SPECTACLE ist verdammt raffi­niert. Weaver hat viele Genres hin­ter sich gelassen, nun scheint sie all ihre Phasen in einem Album mitei­nander zu verflechten. 

In transpa­renten, nie hastigen Arrangements wird die Pop-Herrlichkeit von U.S.- Girls-Melodien von pulsierendem Bass und waberendem Synthie um­mantelt, Songs wie Happiness Is Proximity“ hätten jedes Broadcast- Album der Nullerjahre komplettie­ren können. John Parish (PJ Harvey, Aldous Harding) hat ihr geholfen, diesen Sound zu finden, und in der Tat klingt Weaver manchmal wie ei­ne ungotische Aldous Harding, die sich mit Stereolab austobt. Auf die Frage, was diese Jane Weaver mit dieser Platte eigentlich will, ergibt sich vor allem eine Antwort: eine exzellente Musikerin sein.

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